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Kulturtipp in Köln: Yayoi Kusama im Museum Ludwig

Vom 14. März bis zum 2. August 2026 zeigt das Museum Ludwig anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums eine große Retrospektive der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama. Über 300 Arbeiten aus mehr als 90 Schaffensjahren – von einer ersten Zeichnung von etwa 1934 bis zu Werken aus dem Jahr 2026 – machen die Schau zu einer der bedeutendsten Kunstausstellungen des Jahres im Rheinland.

Eine Künstlerin mit einem außergewöhnlichen Lebensweg

Yayoi Kusama, geboren 1929 in Matsumoto, gilt heute als eine der bekanntesten und einflussreichsten Gegenwartskünstlerinnen der Welt. Ihr Weg dorthin ist alles andere als geradlinig. Schon als Kind erlebt sie intensive Halluzinationen: Blumen sprechen zu ihr, Muster auf Stoffen scheinen lebendig zu werden und sie zu verschlingen. Um diese überwältigenden Wahrnehmungen zu bewältigen, beginnt sie zu zeichnen und zu malen – gegen den massiven Widerstand ihrer Mutter, die ihre Werke teils zerstört. Kunst wird zur Notwendigkeit, zum Mittel, sich selbst auszuhalten.

1957 verlässt Kusama das enge, patriarchalisch geprägte Nachkriegs-Japan und geht nach New York. Dort macht sie inmitten von Flower Power und Vietnamkrieg mit provokanten Happenings Schlagzeilen, organisiert öffentliche Nacktaktionen und positioniert sich politisch. 1973 kehrt sie nach Japan zurück. 1977 lässt sie sich auf eigenen Wunsch in die psychiatrische Klinik Seiwa in Tokio aufnehmen, wo sie bis heute lebt – und von wo aus sie in einem Atelier in unmittelbarer Nachbarschaft täglich weiterarbeitet. Mit über 90 Jahren ist Kusama produktiver denn je.

Die Punkte als Weltbild

Die berühmten Polka Dots, die Kürbisskulpturen und die verspiegelten Infinity Rooms, mit denen sie weltberühmt geworden ist, sind weit mehr als Pop-Phänomene für Selfies. Sie sind direkter Ausdruck ihrer Erfahrungen: das Auflösen der eigenen Person in einem größeren Ganzen, das Vergehen, das Verschmelzen mit dem Universum. „Mehr als alles andere hat mich dieser starke Sinn für die Lebenskraft im künstlerischen Ausdruck unterstützt und mir Kraft gegeben, Gefühle von Depression, Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit zu überwinden", so Kusama selbst.

Was wird ausgestellt?

Die Ausstellung umfasst Malerei, Zeichnung, Skulptur, Installation, Mode, Performance und Literatur. Sie wurde gemeinsam mit der Fondation Beyeler in Riehen/Basel und dem Stedelijk Museum Amsterdam organisiert, in Köln sind jedoch einige Arbeiten zu sehen, die in Basel nicht gezeigt wurden. Dazu gehört ein eigens für die Kölner Schau konzipierter, immersiver Raum mit integriertem Infinity Mirror Room im größten Saal des Hauses. Ebenfalls in Köln zu erleben: Kusamas allererste Installation Aggregation: One Thousand Boats Show von 1963, das in Schwarzlicht getauchte Environment I'm Here, but Nothing (2000/2026) und – ein besonderer Anblick – die großen bemalten Bronze-Blumen Flowers That Speak All about My Heart Given to the Sky auf der Dachterrasse vor der Kulisse des Kölner Doms.

Wer mag, kann mit Compulsion Furniture von 1966 ein Werk aus der eigenen Sammlung des Museum Ludwig wiederentdecken – seit fast 50 Jahren im Haus, in diesem Kontext aber noch einmal ganz neu zu lesen.

Unser Tipp

Die Ausstellung gehört zu den Highlights dieses Jahres und ist entsprechend gut besucht. Tickets sollte man unbedingt im Voraus online buchen. Planen Sie genug Zeit ein – die Schau bespielt nicht nur die gesamte Wechselausstellungsfläche, sondern auch das Foyer und die Dachterrasse.

Weitere Informationen und Tickets: museum-ludwig.de

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