Kulturtipp: Günther Uecker – Die Verletzlichkeit der Welt im Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Noch bis zum 14. Juni 2026 zeigt das Arp Museum Bahnhof Rolandseck die Ausstellung „Günther Uecker. Die Verletzlichkeit der Welt". Sie würdigt einen der wichtigsten Künstler der deutschen Nachkriegsmoderne – und ist zugleich ein besonderes Ereignis: Es ist die erste Ausstellung nach dem Tod von Günther Uecker (1930–2025) und zugleich die letzte, an deren Konzeption er noch selbst mitgewirkt hat.
Ein Künstler und sein Lebensthema
Uecker, in Wendorf an der Ostsee geboren und später in Düsseldorf lebend, war prägendes Mitglied der Künstlergruppe ZERO und schrieb mit seinen ikonischen Nagelbildern Kunstgeschichte. In Rolandseck stehen nun rund 45 Arbeiten aus sieben Jahrzehnten – von frühen Objekten über kinetische Installationen bis zu späten Serien. Im Zentrum: Werke, die Ueckers spirituelle Haltung und sein humanistisches Weltbild spiegeln – Arbeiten zu Frieden, Empathie und menschlicher Verantwortung.
Eine enge Verbindung zum Bahnhof Rolandseck
Uecker war dem Künstlerbahnhof seit Jahrzehnten verbunden. Schon 1964 entstand hier der performative Film „Die Treppe", in dem er das Bahnhofsgebäude Nagel für Nagel in Besitz nimmt. Sein Relief „Bett zum Aufwachen" (1965) gehört bis heute zur Museumssammlung. Beide Arbeiten sind in der Ausstellung zu sehen.
Was gezeigt wird – und was bewusst nicht
Eine bemerkenswerte Entscheidung der Kuratorinnen: Die so stark nachgefragten klassischen Nagelbilder spielen in dieser Schau praktisch keine Rolle. Stattdessen rücken Werke in den Vordergrund, die seine politische und ethische Haltung tragen – darunter der dreiteilige „Waldgarten" (2008), die „Sandmühle", die „Barrikade" (1968/69) und der „Brief an Peking" zu den Menschenrechten.
Unser Tipp
Der Besuch lohnt sich unbedingt – und im Anschluss empfiehlt sich das Bahnhofs-Café mit Blick auf den Rhein, um das Gesehene in Ruhe nachklingen zu lassen.
Weitere Informationen vom und zum auch mit der Dauerausstellung sehr sehenswerten Arp-Museum hier.