Stefan Arand “Forgotten Places” im Werkladen

Die Werke sind eine einzigartige Zeitreise in die Vergangenheit. Viele, früher mit Leben und Licht erfüllte Orte, verschwinden nicht direkt sondern werden zuvor vergessen. Die dargestellten Orte waren einst bedeutungsvoll. Jetzt steht dort die Zeit, wie an jedem Ort, den der Mensch für immer verlässt, still. Monumente der Geschichte absorbieren die moderne Hektik und richten den Fokus auf den Betrachter. Die Werke von Stefan Arand sind Spiegel, die uns vorgehalten werden, denn der Mensch schreibt Orten ihre Bedeutung zu – anders herum verleihen Orte den Menschen selbst auch Bedeutung und verorten diese in einem spezifischen Kontext. Die Fotografien eröffnen weite Perspektiven und kleinste Details. Von den Werken geht eine Sogwirkung aus, die den Betrachter unweigerlich in seinen Bann zieht.

Die sinnlichen, großformatigen und detailreichen Fotografien von Stefan Arand hinterlassen den Eindruck von Gemälden und verlieren ihren fotografischen Charakter. Propagiert wird in ihnen die Schönheit, welche dem natürlichen Verfall allem irdischen Seins innewohnt. Verbindendes Element all seiner Fotografien ist hierbei die Konstante der stetigen Veränderung.

Trotz dessen, dass Stefan Arand die Veränderung in den Fokus seiner Arbeit setzt, lehnt er den derzeitigen Trend der Handy- und Highspeedfotografie und der damit verbundenen Schnappschuss-Mentalität ab. Arand entscheidet sich bewusst für eine emotional erzählerische, konzeptionelle und entschleunigte Erzählweise. So nimmt er sich für die Vorbereitung und Recherche zur Umsetzung des von ihm erarbeiteten Konzepts oft viele Tage zeit um die expressive Stimmung an der ausgewählten Position festzuhalten und zu konservieren.

Neben den inhaltlichen Besonderheiten stellen die technischen Spezifika, welche die Fotografien aufweisen, außergewöhnliche Alleinstellungsmerkmale in der zeitgenössischen Fotokunst dar.
Stefan Arand strebt es an, mit seinen Fotografien stets an die Grenze des Möglichen vorzudringen. Die Gigapixelfotografie dient ihm hierbei als Mittel zum Zweck – es geht ihm nicht um die Huldigung der Pixel. Stattdessen nutzt er die gigantische Pixelanzahl seiner Fotografien als künstlerisches Werkzeug um eine außergewöhnliche Schärfentiefe zu erschaffen, welche in einer herausragenden Plastizität und Dreidimensionalität seiner Arbeiten mündet. Es wird ein Detailreichtum von Stefan Arand kreiert, der es ermöglicht, die Werke als Ganzes zu erleben und beim Verlassen des üblichen Betrachtungstandes in der Tiefe neue Blickwinkel zu entdecken und in sie einzutauchen, ohne zu merken, dass sich der Detaileindruck verändert. Diese Verschiebung der Wahrnehmung verursacht den imposanten Effekt der Sogwirkung seiner Kunstwerke.

Die überaus aufwendige Technik wäre für eine ledigliche Betrachtung seiner Fotografien am Bildschirm vollkommen überflüssig. Stefan Arand möchte Kunst in bestmöglicher Qualität schaffen. Die Verschmelzung von großformatigen Arbeiten in maximaler Auflösung erzeugt beim Betrachter der stark limitierten Editionen eine neue Dimension. Am Ende zählt für Stefan Arand der Druck auf hochwertigsten Fotopapieren und deren gerahmte Präsentation. Es geht dem Künstler nicht darum in seine Werke digital einzutauchen.

Die Fotografien von Stefan Arand bestehen aus 80 bis zu 350 hochauflösenden Einzelaufnahmen (40-100 Megapixel pro Aufnahme), die nach dem Fotografieren aufwendig am Rechner zusammengesetzt werden. Es ist keine Seltenheit, dass ein zu bearbeitendes Kunstwerk eine Dateigröße von 1.000 GB überschreitet. Hier stößt selbst aktuelle HighEnd-Computertechnik an ihre Grenzen. Auch moderne 100-Megapixel-Kamera- und Objektivtechnik im Großformat erreichen nicht eine annähernde Druckqualität.

Stefan Arands Leidenschaft für die kreative Gestaltung auf dem höchsten technischen Niveau lässt sich bereits anhand seiner Vita ableiten. 1972 wird Stefan Arand als Sohn eines IT-Fachmanns und einer Lehrerin in Düsseldorf geboren. Bereits im Kindesalter prägt ihn das Leben in einer großen, interkulturellen Familie. Seine Leidenschaft für Fotografie entwickelt er schon in frühen Jahren in den schottischen Highlands. Als Teenager nähert sich Stefan Arand der Kamera autodidaktisch und entdeckt sie hierbei als Ventil für kreative gestalterische Energien, welches für ihn zunehmend an Gewicht gewinnt. Nach einer Ausbildung und einem anschließenden Hochschulstudium in den 1990er Jahren entscheidet sich Stefan Arand schließlich dazu, seine Passion zum Mittelpunkt seines Schaffens zu machen. Was ursprünglich als reine Reportagefotografie beginnt, wandelt sich schnell über das Spiel mit Licht und Schatten hin zu einer eigenen zeitgenössischen Bildsprache. Seit über zehn Jahren beschäftigt sich der Künstler intensiv mit der kompletten Schaffung seiner Kunstwerke von der Aufnahme über die Nachbearbeitung und den Druck bis hin zur Rahmung und Präsentation. Um die Jahrtausendwende gründet er eine Kreativ-Agentur in Düsseldorf.

Stefan Arand findet in der Gestaltung und Umsetzung seiner großformatigen Werke seit über 18 Jahren seine künstlerische Erfüllung. Am Ende nimmt der Künstler alle technischen Hürden auf sich um seinem Streben nach einem emotionalen, physisch einzigartigen, beständigen Werk Ausdruck zu verleihen.

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