Besuch des Bundespräsidenten in der Synagoge 1960
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Bild-Nr.: WDA967
Foto aus dem Walter-Dick-Archiv, Köln.
Jahr: 1960
Ort: Roonstraße, Köln
Bildnr.: Film 967
Es ist nicht bekannt, wann der in der Fotoserie dokumentierte Besuch des Bundespräsidenten Heinrich Lübke in der Kölner Synagoge stattfand. Die Synagoge an der Roonstraße gegenüber dem Rathenauplatz, war wie fast alle jüdischen Gotteshäuser in Deutschland vom nationalsozialistischen Mob in der Progromnacht des 9. November 1938 zerstört worden. Nicht zuletzt durch großes Engagement des damaligen Bundeskanzlers und früheren Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer war die Kölner Synagoge wieder aufgebaut und am 20. September 1959 feierlich eröffnet worden. Am Heiligen Abend 1959 hatten dann zwei Mitglieder der rechtsradikalen Neonazi- Partei DRP (Deutsche Reichspartei) die Synagoge durch Hetzparolen und Hakenkreuzschmierereien geschändet. Die Empörung und das Entsetzen über diese antisemitische Schänderei und die Tatsache, dass es in Deutschland kaum vierzehn Jahre nach dem Ende des Holocaust immer noch eine weitverbreitete Judenfeindlichkeit gab, war weltweit sehr groß.
Möglicherweise war ein Besuch des Bundespräsidenten nach den Sudeleien eine notwendige Demonstration, dass die Politik und die Masse der Bevölkerung Antisemitismus und seine Auswirkungen ablehnten und verurteilten.
Wir erleben heute (2023), dass der Antisemitismus, Judenfeindlichkeit und Hetze gegen Fremde und Andersdenkende immer noch weit verbreitet sind und sogar zunehmen. Nicht zuletzt gefördert und als Marginale ("Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte" Alexander Gauland, AfD Vorsitzender) abgetan von einer Partei, die sich unverblümt rechtsradikal darstellt und in der Nachfolge der Verbrecher von 1933 bis 1945 agiiert.
Im Bildtext genannt: Konrad Adenauer
